6. November 2013

TEXT


Seit Stunden schwelge ich in einer melancholischen Stimmung, die traurig und süchtig zugleich macht. Es ist immer an diesen Tagen, wo der Regen unaufhörlich gegen die trüben Fensterscheiben prasselt und die tumblr Startseite so viele Gedanken offenlegt, dass der Fotoblog einer Zitatseite weichen könnte. Ja, es gibt diese Tage häufig. Ob das gut ist oder nicht? Ich weiß es nicht. Man sagt, zu viel denken ist schädlich. Führt zu Problemen. Man hinterfragt Dinge, die nicht hinterfragt werden. 
Jetzt sitze ich an meinem Collageblock, auf dem eigentlich meine Mathehausaufgabe stehen sollte und schreibe das nieder, was ich gerade denke. Versuche es zumindest. Hoffnungslos. ich denke über Dinge nach, die keine Lösung besitzen. Denn Menschen besitzen keine Lösung. Nicht wie die Mathehausaufgabe.  Es gibt kein richtig, kein falsch, es gibt kein okay, kein nicht okay - bei Liebe nicht, bei Freundschaft nicht, bei Gedanken nicht, bei Meinungen nicht. Bei Menschen nicht. Menschen haben keine Lösung. Menschen lassen sich nicht einheitlich definieren - jeder einzelne von uns liebt anders, lebt anders, denkt anders, fühlt anders. 
Niemand von uns ist doppelt vorhanden. Wir sind unterschiedlich, jeder auf seine eigene Weise. Das hat nichts mit Mainstream zu tun. Wir sehen durch so einen Trend gleich aus, aber wir denken nicht gleich. Das werden wir nie. Ausgeschlossen. Wir haben unsere eigene Geschichte, sie prägt uns, sie leitet uns. Unvergesslich. Wisst ihr, wenn ich manchmal am Bahnhof sitze, in Frankfurt, betrachte ich die Menschen und frage mich: Was haben sie erlebt? Haben sie in ihrem Leben schon einmal das Herz gebrochen bekommen? Wie oft sind sie wohl mit Tränen in den Augen eingeschlafen? Können sie sich selbst ertragen?
Ich werde es nie wissen. Allein aus dem Grund, dass nur dieser eine Mensch sein Leben in- und auswendig kennt. Nur er selbst kennt all seine Geheimnisse, all seine Erlebnisse, all seine Lügen, nur er selbst begleitet sich an jeden Ort, jeden Tag. Doch den meisten ist diese Person fremd. Man sollte sich selbst am nächsten sein. Die meiste Zeit bin ich am weitesten von mir entfernt. 
Vielleicht liegt das auch an meinem Alter. 'Die Jugend', wie es so schön genannt wird. Wir lernen noch so viel, unser Leben liegt vor uns.
Wir fällen Entscheidungen, wachsen daran, werden geschwächt, werden gestärkt. Trotzdem brauche ich einen Anker. Einen Anker und Antworten. Vielleicht lasse ich mir einen tätowieren, obwohl, ist das nicht mainstream?
Ich schweife ab. Der Text ist genauso undurchsichtig wie meine Gedanken. Entschuldigt für das Gekritzel, aber ich fühle mich jetzt wunderbar.
Alles ist niedergeschrieben, ich kann mich meiner Mathehausaufgabe widmen.

Kommentare:

  1. Der Text ist echt wunderschön!
    Hast du einmal daran gedacht ein Buch zu verfassen?
    Du schreibst auf eine so wunderbare Art!
    Echt nur wow!

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  2. das ist so wunderbar schön und wirkt auf eine besondere weise so echt und ehrlich! <3

    twitter-pated.blogspot.com
    würd mich freuen, wenn du mal bei mir vorbeischaust :)

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  3. Der Text ist echt super schön geschrieben. ich finde er passt auch ziemlich gut zu mir, also konnte ich (auch dank deiner tollen Art zu schreiben) in den Text reimverstzen und habe ihn gefühlt, falls du weiß was ich meine :)
    Ich habe hab auch einen Tumblr :) Ich folge dir dort bereits, aber dennoch lasse ich dir meinen Link da :) http://oh-wow-but-fuck-you-life.tumblr.com/

    Liebste Grüße Chantal :*

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Danke für deinen Kommentar!♥